Wer heute eine Förderberatung sucht, findet oft denselben Stand wie 2023: DigiBoost mit 75 Prozent, der hessische DIGI-Zuschuss, go-digital. Nichts davon existiert noch in dieser Form. Wir haben am 28. August 2026 alle 16 Bundesländer direkt gegen die Seiten der Förderbanken geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd und nützlich zugleich: Ein großer Teil der landesweiten Programme ist beendet, ausgeschöpft oder gesperrt. Wer sie noch bewirbt, verliert Zeit und Vertrauen.
Was noch offen ist (geprüft am 28.08.2026)
Bund, BAFA „Förderung unternehmerischen Know-hows": 50 Prozent Zuschuss zu externer Beratung, maximal 1.750 Euro in den alten Bundesländern (inklusive Region Leipzig), 80 Prozent und maximal 2.800 Euro in den neuen Bundesländern sowie in Lüneburg und Trier. Höchstens zwei Anträge pro Jahr, insgesamt fünf. Geltungsdauer bis zum 31. Dezember 2026. Das BAFA-Programm ist bundesweit der stabilste Baustein, auch dort, wo Länderprogramme fehlen.
Rheinland-Pfalz, ISB-Betriebsberatungsprogramm 158: Seit dem 16. Dezember 2025 ist dieses Programm die Nachfolge-Architektur für DigiBoost. Es bezuschusst externe Beratung mit bis zu 50 Prozent, maximal 500 Euro pro Tagewerk, bis zu 20 Tagewerke in vier Kalenderjahren. Geförderte Felder sind unter anderem Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit. Der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden, teils mit Förderempfehlung der Kammer.
Bayern, Digitalbonus: 50 Prozent Zuschuss, in der Standardvariante maximal 7.500 Euro, in der Plus-Variante mit hohem Innovationsgehalt (etwa KI, Robotik, IT-Sicherheit) maximal 30.000 Euro. Wichtig für die Planung: Bayern vergibt in monatlichen Kontingenten, das Konto muss ein ELSTER-Unternehmenskonto vorweisen, die Laufzeit ist bis zum 31. Dezember 2027 befristet.
Nordrhein-Westfalen, MID: Die Bausteine MID-Digitalisierung und MID-Digitale Sicherheit fördern je mit 50 Prozent, maximal 15.000 Euro. MID-Analyse, MID-Innovation und die MID-Gutscheine sind derzeit gesperrt oder geschlossen. Vor einem Antrag lohnt der Blick ins Kundenportal, welche Variante aktuell offen ist.
Weitere offene Programme nach Betriebssitz: Saarland (DigitalInvest KMU, bis 50 Prozent, 12.500 beziehungsweise 20.000 Euro), Schleswig-Holstein (DKU, 40 Prozent für Beratung und Umsetzung), Berlin (Transfer BONUS), Brandenburg (BIG-Digital), Sachsen-Anhalt (Digital Innovation), Bremen (BAB-Beratung), Hamburg (Digital Check bis November 2026) und Sachsen (nur noch in Leipzig, Landkreis Leipzig und Nordsachsen). Welches davon für einen Betrieb greift, hängt von der Betriebsstätte und dem Vorhabentyp ab.
Was beendet ist und trotzdem noch beworben wird
Hessen, DIGI-Zuschuss: Die WIBank hat das Programm mit Ablauf der Förderphase im Juni 2026 beendet. Es sind keine weiteren Förderaufrufe vorgesehen, die Warteliste wird nicht mehr berücksichtigt. Nur Betriebe, die bereits im Zufallsverfahren ausgewählt wurden, können innerhalb ihrer individuellen Frist noch einen Antrag stellen.
Rheinland-Pfalz, DigiBoost: Die Antragsfrist endete am 31. März 2022. Wer heute noch mit „75 Prozent Zuschuss" wirbt, nennt einen Stand von vor vier Jahren.
Thüringen, Digitalbonus: Die Thüringer Aufbaubank meldet, die Mittel seien infolge der Nachfrage ausgeschöpft. Eine Antragstellung ist nicht mehr möglich, eine Neuauflage ist nach aktuellem Stand nicht geplant. Das Land verweist als Alternative auf InnoInvest.
Niedersachsen, Digitalbonus-innovativ: Die Richtlinie trat zum 31. Dezember 2025 außer Kraft. Ein direkter Nachfolger existiert derzeit nicht. Der Vorgänger Digitalbonus.Niedersachsen war schon seit 2022 geschlossen.
Was das für Ihre Planung bedeutet
Drei Regeln folgen aus dieser Prüfung. Erstens: Prüfen Sie jede Förderangabe am Tag der Entscheidung direkt bei der Förderbank, nicht im Blogbeitrag eines Dienstleisters, inklusive unserer. Zweitens: Ein Projekt sollte auch ohne Zuschuss tragen. Eine mögliche Bewilligung ist Entlastung, nie Voraussetzung. Drittens: Der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt und bestätigt sein. Ein vorzeitiger Beginn, auch ein mündlicher Auftrag, vernichtet den Anspruch in fast allen Programmen.
Wenn Sie wissen möchten, welches der offenen Programme zu Ihrem Betriebssitz und Ihrem Vorhaben passt: Das klären wir im Erstgespräch, ohne Zusage-Versprechen und mit Blick auf die Originalquellen.
