Ein Digitalprojekt hat einen Preis. Ein Förderprogramm hat einen eigenen Lebenszyklus. Wer beides vermischt, kalkuliert mit Geld, das am Tag der Beauftragung vielleicht nicht mehr verfügbar ist.
Genau das ist 2026 bei zwei oft genannten Programmen passiert: DigiBoost Rheinland-Pfalz ist seit 2022 beendet. Der hessische DIGI-Zuschuss lief nach der Förderphase im Juni 2026 aus; das Bewerbungsportal ist geschlossen. Frühere Quoten und Rechenbeispiele sind deshalb nur noch historische Beispiele, keine heutige Finanzierungszusage.
Der belastbare Preis steht vor der Förderung
Die öffentliche PrimeITler-Preisseite nennt Bandbreiten zur Orientierung. Eine fokussierte Landingpage beginnt derzeit bei 1.200 Euro. Eine Business-Website liegt je nach Umfang zwischen 4.500 und 9.000 Euro. Eine einzelne KI-Automatisierung beginnt bei 4.500 Euro und kann bei größerem Prozessumfang deutlich darüber liegen.
Diese Werte sind keine automatische Angebotszusage. In einem Erstgespräch stehen Umfang, Abnahmekriterien und Preis fest. Die Rechnung muss sich ohne Zuschuss tragen.
Warum diese Reihenfolge? Weil der Betrieb sonst drei Risiken gleichzeitig übernimmt:
- Das Programm ist geschlossen oder passt nicht zum Betriebssitz.
- Das Vorhaben wurde vor der erforderlichen Freigabe beauftragt.
- Die förderfähigen Kosten decken nicht den gesamten Projektumfang.
Was aus den alten Programmen zu lernen ist
Der frühere DIGI-Zuschuss Hessen zeigte, wie stark Bedingungen eine Kalkulation verändern können. Quote, Mindestinvestition, Deckel, Losverfahren und Beauftragungszeitpunkt gehörten zusammen. Wer nur die damalige Prozentzahl übernahm, ließ den entscheidenden Teil weg.
Dasselbe gilt für DigiBoost. Eine alte Landingpage oder ein Suchtreffer macht ein beendetes Programm nicht wieder beantragbar.
Darum nennt PrimeITler beendete Programme ausdrücklich als beendet. Wir prüfen nicht rückwärts, welche Quote einmal möglich war, sondern vorwärts: Welche offizielle Stelle führt heute ein passendes, offenes Programm?
Welche Wege aktuell geprüft werden können
Je nach Betrieb und Vorhaben kommen unterschiedliche Wege infrage:
- ISB-Betriebsberatung (RLP): Zuschuss bis zu 50 % für qualifizierte externe Beratung (Programm 158, Antrag vor Vorhabensbeginn).
- BAFA-Unternehmensberatung: nur unter den geltenden Voraussetzungen der Richtlinie und über ein beim BAFA gelistetes Beratungsunternehmen.
- Mittelstand-Digital: kostenfreie Orientierung, Workshops und Praxiswissen, aber kein pauschaler Investitionszuschuss.
- Fachspezifische Programme: abhängig von Branche, Region und aktuellem Förderaufruf.
PrimeITler sagt keine Bewilligung zu und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Vor jeder Aussage werden Betriebssitz, Vorhaben und Originalquelle geprüft.
Die kaufmännisch saubere Reihenfolge
- Problem und Ziel des Projekts festlegen.
- Umfang und Preis ohne Zuschuss bestimmen.
- Offizielle Programme am selben Tag prüfen.
- Förderbedingungen und Beauftragungszeitpunkt klären.
- Erst nach belastbarer Freigabe mit einem Zuschuss kalkulieren.
So bleibt ein gutes Projekt auch dann sinnvoll, wenn kein Fördertopf greift. Und wenn ein passendes Programm tatsächlich offen ist, wird die Förderung zur Entlastung statt zur Voraussetzung.
Wer den eigenen Digitalbedarf und die aktuelle Förderlage gemeinsam einordnen möchte, startet mit einem Erstgespräch oder verschafft sich Klarheit im Förderüberblick.
